Frauen-Eishockey: Meistertitel für Memmingen
Memmingen feiert siebten Titel vor fast 2.700 Fans
Der ECDC Memmingen hat seine siebte deutsche Meisterschaft perfekt gemacht – und das Finale der Deutschen Frauen Eishockey Liga (DFEL) vor einer Kulisse, die nur knapp am Zuschauerrekord vorbeischrammte. Vor 2.679 Fans gewann Memmingen in der Eishalle am Hühnerberg das dritte Playoff-Finalspiel gegen die Eisbären Berlin mit 4:2 (1:1, 2:1, 1:0) und entschied damit die Best-of-five-Serie ohne Niederlage.
Nach zwei Auswärtssiegen in Berlin (3:0, 6:1) brauchte Memmingen im Modus „drei Siege reichen“ nur noch einen Erfolg – und lieferte ihn in einem Spiel, das im Ergebnis enger wirkte als der Verlauf der gesamten Serie.
Memmingen macht den Sweep im dritten Spiel perfekt
Memmingen setzte im entscheidenden dritten Spiel auf Tempo und Präsenz in den gefährlichen Zonen – und bekam die Tore aus mehreren Reihen. Nara Elia brachte das Heimteam in der 9. Minute in Führung. Berlin kam zurück, doch im Mittelabschnitt zog Memmingen die Partie wieder auf seine Seite: Jule Schiefer traf in der 40. Minute, Theresa Knutson erhöhte später mit ihrem Treffer in der 36. Minute sowie dem entscheidenden Tor in der 54. Minute. Am Ende stand ein 4:2, das den „Sweep“ – drei Siege in drei Spielen – besiegelte.
Die klare sportliche Einordnung liefert die Serie selbst: Memmingen gewann alle drei Finalspiele, darunter zwei deutliche Auftritte auswärts. In einer Finalrunde, in der Anpassungen von Spiel zu Spiel normalerweise das Bild verändern, blieb Berlin kein Moment, in dem sich die Kräfteverhältnisse nachhaltig verschoben hätten.
Kapitänin Daria Gleißner sagte nach dem Titelgewinn: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Auch bei dieser Finalserie hat sich gezeigt, dass wir hier richtig gutes Eishockey spielen und wir einfach eine starke Mannschaft sind. Deshalb sind wir richtig happy, wieder den Titel geholt zu haben, und freuen uns jetzt alle auf die Meisterfeier.“
Fast Rekordkulisse am Hühnerberg
2.679 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten das Finale in Memmingen. Zum offiziellen DFEL-Rekord fehlten damit 122 Fans. Die bisherige Bestmarke von 2.801 wurde im November 2023 in Berlin in der Uber Arena aufgestellt (DEB).
Dass eine Finalentscheidung im Frauen-Eishockey in Deutschland so nah an eine historische Marke heranreicht, ist mehr als eine Randnotiz: Es ist ein Hinweis darauf, dass Spiele mit klarer sportlicher Bedeutung – Finale, Titelchance, „Do-or-die“-Atmosphäre – die Liga über den Kern der Szene hinaus tragen können. Genau diese Verbindung aus sportlicher Qualität und Ereignischarakter hat Memmingen am Hühnerberg erneut hergestellt.
Zur gestiegenen Aufmerksamkeit passt auch die breite öffentliche Wahrnehmung rund um das Nationalteam: Beim Vorrundenspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Frankreich bei den Winterspielen in Mailand/Cortina schalteten mehr als vier Millionen Menschen vor den Fernsehern ein. Memmingen profitiert dabei von der Qualität im eigenen Kader – unter anderem mit Spielerinnen, die auf höchster internationaler Bühne Erfahrung gesammelt haben – und setzte diese Basis in den Playoffs konsequent in Resultate um.
Der siebte Titel rückt Memmingen an die Bestmarke heran
Mit der siebten deutschen Meisterschaft festigt Memmingen seine Stellung als prägendes Team im deutschen Frauen-Eishockey. Gleichzeitig fehlt dem Klub nun nur noch ein Titel zum Rekord der ESG Planegg, die sich vor zwei Jahren aus der DFEL zurückgezogen hat.
Der Erfolg steht damit auch für Kontinuität: Memmingen gewinnt nicht nur „ein Finale“, sondern bestätigt eine sportliche Linie über Jahre hinweg. In einer Liga, deren Rahmen weiterhin überschaubar ist – aktuell mit vier deutschen Klubs sowie HK Budapest in der höchsten Spielklasse – fallen Dominanzphasen besonders deutlich aus. Memmingen hat diese Finalserie mit drei Siegen und klaren Auswärtsauftritten geprägt und den Titel ohne Umweg geholt.
Am Ende bleibt ein Doppelbild dieses Abends: ein Meister, der sportlich keinen Zweifel ließ – und eine nahezu rekordverdächtige Kulisse, die zeigt, welches Potenzial das Frauen-Eishockey entfalten kann, wenn Qualität, Anlass und Öffentlichkeit zusammenkommen.

